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Sanddorn – die Zitrone des Nordens

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Im Moment sieht man bei uns im Norden überall die leuchtend orangenen Beeren vom Sanddorn wachsen. Die Ernte ist (zumindest bei uns im Garten) sehr gut dieses Jahr und da wollte ich euch mal ein paar Infos über den Sanddorn und seine Verarbeitung geben.

Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) gehört zu den Ölweidengewächsen und ist eine der wenigen Pflanzen bei denen nicht nur im Kern, sondern auch im Fruchtfleisch viel fettes Öl zu finden ist. Das bekannteste Produkt ist daher auch das Sanddornfruchtfleischöl, dass viel in der Kosmetik eingesetzt wird – allerdings vorsichtig, denn es färbt die Haut orange. Sanddornfruchtfleischöl ist sehr hautpflegend und entzündungshemmend, es wird gern bei juckender Haut eingesetzt und zur Wundheilung. Man kann es allerdings nur sehr schwer selbst herstellen.

Was man deutlich besser selber machen kann ist Sanddorn Saft, dieser enthält jede Menge Vitamin C (deutlich mehr als z.B. Zitronen) und ist deshalb sehr gut zur Vorbeugung verschiedener Erkrankungen. Bevor man aber den Saft herstellen kann (Rezept weiter unten), muss man ihn zunächst finden und ernten.

Sanddorn ist zweihäusig, d.h. man muss zunächst mal einen weiblichen Sanddorn finden, der nah genug an einem männlichen Sanddorn steht um befruchtet worden zu sein, nur dann trägt sie Früchte. In der Baumschule, in der ich meinen gekauft habe, sagte man mir ein Männchen könne etwa 5 Weibchen versorgen.

Hat man nun einen schön tragenden Baum entdeckt, ist es sehr schwer die Früchte vom Strauch zu bekommen, ohne dass sie platzen. Ich empfehle daher ganze Zweige abzuschneiden und einzufrieren und dann die gefrorenen Beeren vom Strauch zu pulen. Sanddorn muss ohnehin im Herbst meistens stark zurückgeschnitten werden, daher macht dem Strauch das nichts aus.

Um nun Sanddorn Saft herzustellen, koche ich die Beeren in heißem Wasser auf und püriere sie dann – man könnte die Beeren natürlich auch stattdessen länger zerkochen, aber Vitamin C ist hitzeempfindlich und deshalb püriere ich lieber.

Ich streiche dann alles durch ein Sieb, um die Kerne, Stiele und die harte Fruchtschale auszusieben. Den Saft koche ich dann nochmal kurz auf und füge Zucker hinzu. Ich mag es sauer, deshalb nehme ich nur 750 g Zucker auf ca. 3 Liter Saft, dann muss er aber im Kühlschrank aufbewahrt werden, je mehr Zucker desto länger ist der Saft haltbar.

Den Inhalt des Siebes gieße ich nun mit Alkohol auf (ich bevorzuge Rum, Korn oder Wodka gehen aber auch) und lasse ihn einige Wochen stehen. Nach dem abseihen füge ich auch hier Zucker hinzu und außerdem etwas Vanille. So entsteht ein leckerer Sanddornlikör aus den Resten.

Den gewonnenen Sanddornsaft kann man nun (heiß) trinken, ins Müsli oder in Joghurt geben, Marmelade daraus kochen (ich mag die Kombination mit Brombeeren), Kuchen damit backen und vieles mehr.

Lecker und gesund! Viel Spaß beim ausprobieren!

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1 Comment

  1. Peggy says:

    Was den Sanddorn angeht, seid ihr Nordlichter wahrhaft zu beneiden! 🙂
    Ich hatte allerdings das Glück hier am Berliner Stadtrand kürzlich auf einen gar nicht mal wenige Früchte tragenden Strauch zu stoßen und habe mein Döschen Sanddorn-Ernte stolz heim getragen. Jetzt warten die Beeren im Tiefkühler auf ihren Einsatz. Für Saft/Likör eindeutig zu wenig, werde ich wohl ein Dessert aus ihnen kreieren.
    lg Peggy

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