Heilpflanzenschule

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Destillation

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Heute möchte ich euch gerne an einer meiner Wasserdampfestillationen teilhaben lassen. Ich destilliere schon recht lange immer mal wieder in Kursen und zuhause und habe bis 2016 dafür ausschließlich eine kleine Kupferdestille (0,5 l) verwendet. da ich aber für meine Kurse doch größere Mengen an Hydrolat (Pflanzenwasser) und ätherischem Öl nutze, habe ich mir Ende 2016 eine 25 l Destille angeschafft (ebenfalls aus Kupfer).

Das klingt erstmal einfach – war es aber nicht- da man in Deutschland für große Destillen (aktueller Stand über 2 l, damals noch über 0,5 l) eine Genehmigung vom Zollamt benötigt. Das schwierigste war eigentlich zunächst meinen Ansprechpartner im Zollamt ausfindig zu machen, der war dann aber sehr nett und der Antrag wurde auch zügig bearbeitet.

Ich musste nachweisen, dass ich die Destillation gewerblich nutzen möchte (als Heilpraktikerin mit eigener Heilpflanzenschule war das kein Problem) und versichern, dass ich keinen Alkohol brennen werde (meine Destille ist ohnehin ein Modell, dass dafür nur bedingt geeignet ist, weil sie auf ätherische Öle ausgerichtet ist) und ich muss ein Brennbuch führen.

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Nun aber zum eigentlichen Destilliervorgang:

Für eine 25 l Destille braucht man schon viel Pflanzenmaterial, ich nutze Pflanzen aus meinem Garten und aus Wildsammlung, die Pflanzen sollten frei von Pestiziden, Krankheiten und Schädlingen sein und sich in gutem Reifezustand befinden (also ähnlich, wie bei der Sammlung für Tee), allerdings dürfen sie ruhig nass sein, weil sie ja nicht getrocknet werden sollen.

Abwaschen des Pflanzenmaterials ist nicht nötig, da Schmutz einfach im Restmaterial verbleibt und nicht in das Hydrolat übergeht.

Ich befühle meine Destille nicht immer mit vollen 25 l, sondern oft auch nur mit ca. 15 l, weil mir der Vorgang dann oft zu lange dauert und ich mit ca. 4 l Hydrat meistens gut versorgt bin.

Die Destille wird zunächst mit Wasser gefüllt (das darf gern schon heißes Wasser sein, dann geht es schneller – aber Vorsicht die Kupferdestille wird schnell aufgewärmt) und dann wird das Pflanzenmaterial in das dafür vorgesehene Körbchen gefüllt. Meine Destille hat extra zwei Fächer für Pflanzenmaterial, weil sie (im Gegensatz zu den Destillen die eher für das Brennen von Alkohol vorgesehen sind) dafür gedacht ist möglichst viele Inhaltsstoffe pro l Hydrolat zu produzieren.

Die Destille wird dann geschlossen und das Kühlwasser wird eingefüllt – wer oft destilliert wird vielleicht einen Wasserkreislauf einrichten wollen, ich arbeite noch mit Eimern. wenn man zuhause destilliert empfiehlt es sich Eiswürfel oder crushed Eis zu verwenden, das spart Arbeit, da man das Wasser nicht so oft austauschen muss. Eine Flasche wird unter den Auslauf für das Hydrolat gestellt.

 

Nun heißt es erstmal warten…

…irgendwann (das kann je nach Hitzequelle auch schonmal 1-2 Stunden dauern) ist die Destille  heiß und das Wasser beginnt zu kochen (das hört man), kurz darauf tropft das erste Hydrolat aus dem Auslauf.

Nun geht es vor allem darum, regelmäßig das Wasser zu wechseln und darauf zu achten, dass die falsche richtig steht und diese auszutauschen, wenn sie voll ist.

Das fertige Hydrolat fülle ich dann in Glasflaschen und ( je. nachdem wann und wofür ich es brauche) mische es manchmal mit etwas Alkohol, um die Haltbarkeit zu verlängern. Ich verwende meine Hydrolate großteilig für Kosmetik, und da konserviere ich ohnehin, deshalb stört mich der Alkohol nicht (bei Lebensmitteln sieht das natürlich anders aus).

Nachdem der Destilliervorgang abgeschlossen ist, muss die Destille auskühlen und dann wird sie gereinigt.

Selbst mit einer 25 l Destille ist es nicht leicht genug ätherisches Öl zu produzieren, um es in Flaschen abzufüllen (das geht bei intensiven Aromatisch wie Minze, Lavendel etc.), deshalb verwende ich vor allem die Hydrolate. Wer sich für die Verwendung von Hydraten interessiert, dem kann ich das Buch von Susanne Fischer Rizzi empfehlen (siehe auch Buchempfehlungen 2017 hier im Blog).

Im Oktober startet auch bei uns in der Heilpflanzenschule der Kurs “Ätherische Öle und Hydrolate” über drei Wochenenden (Oktober, November und Januar), auch hier werden wir destillieren und einiges über die Verwendung der Hydrolate lernen – es sind noch Plätze frei.

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1 Comment

  1. Christine Rosemann says:

    Cool Stella! Viele Erfolg und bis bald mit leben Grüße aus Lübeck von KräuterRosie

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