Heilpflanzenschule

Home » Uncategorized » Interview: Kräuterfrau / Apothekerin des Hansevolks zu Lübeck

Interview: Kräuterfrau / Apothekerin des Hansevolks zu Lübeck

Advertisements
Bild Rosie
Ich bin Christine Durga, Kräuter Rosie oder Justina van Attendorn.
Als gelernter Baustoff-Kaufmann habe ich Baustoffe eingekauft, Rechnungen
geschrieben, Ablesungen für Wärme- und Wasserverbrauchserfassungsgeräte
organisiert, als Serviceleiterin Verantwortung für Niederlassungsorganisation
übernommen, im Schulsekretariat gearbeitet und Kunden rund um PC-
Teststellungen betreut. Im Laufe der Jahre wechselte nicht nur körperlich einiges,
auch die Lebensziele. So stellte ich nach einigen Jahren mit 10-12 Stunden-Tag
Arbeit, vernachlässigen der Familie und der eigenen Bedürfnisse und
nachlassender Energie immer öfter die Frage: halten sich Aufwand und Nutzen
die Waage?
Nöh! War meine Antwort nach einigem Überlegen. Und so sagte ich dem Büro
ade, lernte Yoga zu lehren, ayurvedisch zu massieren und zu kochen. Bei diesen
Ausbildungen lernte ich indische Kräuter und Gewürze des Ayurveda kennen und
anzuwenden und auch ihre Heilwirkungen.
Aber ich lebe auf der nördlichen Halbkugel und wir haben hier ebenfalls Kräuter
und Gewürze, die uns alle notwendigen Stoffe liefern und seit Jahrhunderten
ebenfalls zur Bewahrung der Gesundheit und Heilung eingesetzt werden. Und so
bin ich bei Hildegard von Bingen, Klostermedizin und seit März 2014 beim
Lübecker Hansevolk gelandet. In dieser Spätmittelalter-Gruppe habe ich jetzt
meinen Platz als Kräuterfrau und Apothekerin im mittelalterlichen Lübeck der Zeit
um 1474 gefunden.

Was fängst Du mit Deinem Heilpflanzenwissen an?

Begonnen hatte ich die Ausbildung mit der Idee Tees, Öle, Naturkosmetik professionell zu vermarkten in einem kleinen Laden in Lübeck. Das ist jedoch nicht umsetzbar.

Inzwischen nutze ich das Wissen vorwiegend im familiären Bereich und für die Rolle als Kräuterfrau des Mittelalters und um zu probieren und zum Nachmachen anzuregen, mit einfachen Zutaten, die eben schon im Mittelalter zur Verfügung standen, Gesundheit wieder herzustellen bzw. zu bewahren.

Kannst Du davon leben? Oder machst du noch was nebenbei?

Zu meinem Lebensunterhalt trägt das Wissen um die Kräuter noch nicht bei, aber was nicht st kann ja noch werden. Auf jeden Fall bereichert es mein Leben ungemein und ist eine wichtige Grundlage für mein Hobby, zu dem neben der Kräuterfrau auch Stadtführungen durch Lübeck gehören.

Hast Du die ganze Ausbildung mit Prüfung gemacht? Oder nur einige Module?

2014 habe ich von der Ausbildung zum Heilpflanzenexperten erfahren und mich sofort zum Einführungskurs angemeldet. 2015 habe ich dann alle angebotenen Module absolviert und im November 2015 die schriftliche und praktische Prüfung abgelegt. Meine Hausarbeit reichte ich im Januar 2016 ein und präsentierte sie dann im Rahmen des Moduls „Nieren, Harnwege, Prostata“ im März 2016. Einzig, das Modul „Räuchern“ passte in diesen Jahren nicht in meinen Zeitplan, so dass ich erst im Februar 2017 das letzte Modul absolvieren konnte und mein Zertifikat erhielt.

Aber ich bin zu allen Modulen mit viel Vorfreude und Neugier in den Kräuterpark nach Stolpe gefahren. Und in den Jahren haben die Mitarbeiter besonders die Heilpflanzenbeete liebevoll gepflegt und die üppige Kräuterpracht des letzten Sommers in Stolpe habe ich bleibend vor Augen.

Bild Produkte Hansevolk

Warum gerade Heilpflanzen? Was reizt dich an dem Thema?

Weil wir in der Natur leben und u.a. die Pflanzenwelt unsere Gesundheit erhält, wenn wir sie richtig und klug einsetzen. Pflanzen sollten der Hauptbestandteil unserer Nahrung sein.

Und dann ist da noch der Rebell in mir, der soweit es möglich ist die global agierenden Konzerne meidet egal ob Strom, Kosmetik, Medikamente o.ä..

Gesundheit erflehen sich die Menschen von den Göttern, dass es aber in ihren eigenen Händen liegt, diese zu bewahren, daran denken sie nicht!

Hast du eine Pflanze, die du besonders oft einsetzt? Welche?

Zur Zeit liebe ich Holunderblüten und Mädesüss. Ihre zarten, wunderbar lieblich duftenden Blüten. Ich mag sie als Tee, besonders in der Erkältungszeit als geschmacklichen Ausgleich zur Weidenrinde.

Und dann ist der Hollerbusch ja ein Symbolträger. Die mystische Welt der Edda, nordischen Sagen und Kräutermärchen und überlieferten Wirkungen faszinieren mich. Meine nächsten Studien werden die Rauhnächte und Jahreskreisfeste sein.

Was würdest du Leuten empfehlen, die ähnliche Pläne haben?

Nimm das Angebot der Heilpflanzenausbildung wahr und lerne die Kraft der Natur kennen und für deine Gesundheit zu nutzen. Der monetäre Nutzen wird sich später zeigen.

Als Kräuterfrau werde ich oft gefragt, ob ich im echten Leben auch Apothekerin bin und dann erzähle ich von meiner Ausbildung und lege die Ausbildung zur Heilpflanzenexpertin an der Heilpflanzenschule Schleswig-Holstein nahe.

Was bietest du konkret gerade an?

Mit dem Hansevolk zu Lübeck www.hansevolk.dezeige ich im Rahmen von Veranstaltungen wie Museumstag und Museumsnacht, Hansetage, Hansekulturfestival interessiertem Publikum gern welche Heilkräuter schon im Mittelalter bekannt waren und wie verwendet wurden.

Ich zeige medizinierte Öle, Tinkturen, Kaltauszüge, Salben mit Bienenwachs und auch Lanolin, die ich selbst hergestellt habe und versuche zum Ausprobieren zu ermuntern.

Zum Museumstag in Lübeck am 13. Mai 2018, zum HanseKulturFestival 9. und 10. Juni 2018 vor dem Brömse-Palais in Lübeck und den internationalen Hansetagen in Rostock vom 21. – 24. Juni 2018 habe ich dann noch mit Marzipan-, Pillen- und Hydrolate-Herstellung Interesse geweckt.

Seit Juli bin ich im Geschichtserlebnisraum Roter Hahnwww.geschichtserlebnisraum.deim Projekt „Rümdriewer“ des Lübecker Jugendringswww.luebeckerjugendring.de/ruemdriewer aktiv. Wir zeigen interessierten Kindern im Alter zwischen 9 und 14 Jahren wie die Menschen im Mittelalter gelebt haben und bauen z. B. Laternen, stellen Frischkäse selbst her, braten dazu Pfannenbrot, nähen Gugel und Tasche selbst, schnitzen Teller aus Holz und vielleicht schmieden wir auch unser eigenes Messer. Hier soll den Kindern auch gesunde Ernährung näher gebracht werden. Dazu werden wir im Frühjahr auf dem Gelände Kräuter anbauen, später ernten und uns dann eine leckere Mahlzeit zubereiten ähnlich wie in unserem Kurs „Kochen mit Kräutern“, nur dass wir das über offenem Feuer zubereiten.

Vielleicht ergibt sich ja im Geschichtserlebnisraum die Möglichkeit Workshops anzubieten und damit ein wenig Geld einzunehmen, das wird sich irgendwann zeigen.

Gut Ding will Weile haben 😉

Produkte 2

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: